Eine einzigartige Energie- und Kreativitätstankstelle

13.11.2017
Eine einzigartige Energie- und Kreativitätstankstelle
Mit einem langen Hearingtag im Huamhaus des Berggut Gaicht und einem entspannten Abschlussfest im Haus der Aromapflege in Lechaschau ging Samstagabend der erste Tiroler Lech Funding Contest erfolgreich zu Ende.
Sie waren alle Gewinner*innen: hier im Bild neun der insgesamt elf Hearingkandidat*innen, die Samstag Abend nach dem großen Jury-Hearing im Huam-Haus des Berggut Gaicht erleichtert und glücklich ihre Awards entgegennahmen.
Die eigentliche Arbeit beginnt freilich erst jetzt: Denn mit allen Hearingkandidaten wurden ausführliche Expertengespräche über mögliche nächste Umsetzungsschritte vereinbart. Was Initiator Henrik Wentzler und kdg campus-Chef Michael Hosp als Umsetzungspartner des Contest selbst am meisten verblüffte: "Bei allen Hearingkandidat*innen standen gestern zwei Anliegen ganz auf oben ihrer Liste: ein ehrliches und unverblümtes Feedback und der Wunsch nach einer Mentoringpartnerschaft." Der Tag selbst gestaltete sich für alle Beteiligten "wie eine einzigartige Energie- und Kreativitätstankstelle", so Michael Hosp bei der Jurynachbesprechung. "Wirklich unglaublich, welches Potenzial an guten Ideen dieser Contest ans Tageslicht gebracht hat."
 
Tatsächlich übertraf die Resonanz auf die Ausschreibung, die am 4. August dieses Jahres erstmals in den sozialen Medien veröffentlicht und verlautbart wurde, die kühnsten Erwartungen des Projektteams. "Wir haben in diesem Zeitraum 47 Geheimhaltungsvereinbarungen unterfertigt und bis zum Ende der Bewerbungsfrist am 31. Oktober 33 Konzepte erhalten. Davon haben es dann 8 ins gestrige Finale geschafft", so Berggut Gaicht Prokuristin Sandra Bischof, die den Contest organisatorisch abwickelte und neben kdg medialog-Geschäftsführer Dominik Friedle und Henrik Wentzlers Sohn Finn auch der Vor-Jury angehörte. Man habe in diesen zwei Monaten mehrere dicke Mappen an Konzepten gesichtet und bewertet. Mit etlichen Bewerber*innen, die es nicht mehr ins Finale geschafft haben, werde man zudem noch Feedbackgespräche führen und sie gegebenenfalls mit Partnern aus dem firmeneigenen Netzwerk zusammenbringen, so Bischof. Anderen Bewerber*innen habe man empfohlen, nicht nur an ihren Ideen, sondern auch an den Konzepten weiter zu arbeiten. 
 
Das waren nun die acht Tiroler Lech Funding Contest-Projekte, die es ins gestrige finale Hearing geschafft haben:
 
Sandra Moosbrugger-Koch und Johannes Leismüller mit ihrem Projekt Werkhaus: ein Konzept für das erste FabLab in der Region
Djuro Iljazovic mit dem Projekt Anima Bad und Badmöbel: er verbindet alte Fertigungstechniken mit modernsten Baumaterialien und formt daraus einzigartige Badmöbel
Clemens Pfefferkorn, Ulrich Huber, Stefanie Graber mit ihrem Projekt Almut (von Wildheim): das Kreativ-Trio will mit Design-Lampenschirmen aus Almheu auf den internationalen Markt
Florian Klotz mit seinem Projekt Wendefeuer: ein Beratungsansatz mit der Zielsetzung, Unternehmen und Institutionen bei ihren Energiewende-Vorhaben zu begleiten
André Schütter mit seinem Projekt Street Style: ein stationäres Vertriebskonzept für ein lokales Streatwear-Label
Armin Sauerwein mit seinem Projekt IT-Beratungshaus: ein IT-Unternehmenskonzept, das sich auf lokale und regionale Anforderungen fokussiert
Thomas Huber mit dem Projekt Bergbox: ein stylisches und trotzdem leistbares Wohncontainer-Konzept für die Bergregion
Pfarrer Dr. Otto Walch mit dem Projekt Sunhydrostore: ein geradezu revolutionäres (Energie-)Nutzungskonzept für einen Zweckbau
 
"Für uns waren und sind alle Hearingkandidaten Gewinner", fasste Finn Wentzler gestern bei der Award-Verleihung das einhellige Urteil von Vor- und Hearing-Jury zusammen. Contest-Initiator Henrik Wentzler hatte sich für die Hearing-Jury ja größtmögliche Vielfalt und zugleich eine ausgewogene Mischung an Altersverteilung, Geschlechtszugehörigkeit und Erfahrung gewünscht und daher neben dem Techniker Martin Entstrasser und kdg-Chef Michael Hosp noch seine Tochter Friederike Wentzler, eine angehende Staatsanwältin sowie die Master-Studentin Lilly-Sophie Gerlach in die Jury berufen. Die ebenso interessierten wie kritischen Fragen der Jury bildeten übrigens das Herzstück des Hearings. Denn daraus ergab sich dann auch das finale Feedback. "Was Besseres kann einem ja nicht passieren", meinte etwa Kandidat Florian Klotz hinterher. "Denn jede Frage, auf die man noch keine Antwort weiß, führt einem vor Augen, woran man noch denken und arbeiten muss." Und Pfarrer Dr. Otto Walch, der beim Contestfest nicht mehr dabei sein konnte, weil es für ihn das Patrozinium in Häselgehr zu feiern galt, meinte gar euphorisch: "Durch diesen Contest hab ich mich jetzt endlich aufgeschwungen und niedergeschrieben, was mir schon so lang als Idee im Kopf herumspukt." 
 
Es werde mit Sicherheit einen zweiten Tiroler Lech Funding Contest geben, kündigte Initiator Henrik Wentzler gestern an. Den Termin werde man in wenigen Wochen bekannt geben. "Zuvor werden wir in Ruhe unsere eigenen Lernkurven analysieren und darüber nachdenken, was wir beim nächsten Mal besser und anders machen möchten." Und weil es am Weg von einer Idee hin zu einem Geschäftsplan doch einige Aspekte zu berücksichtigen und zu bedenken gilt, wird der kdg campus, der mit Konzeption und Marketing des Contest beauftragt worden war, bereits im kommenden Jahr Vorbereitungsworkshops anbieten. 

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